LVZ, 07.12.2011

Aus dem "Brief" wird nun ein Buch

Mit Europareise beenden Leipziger und Lyoner Jugendliche ihr gemeinsames Projekt

Die Reise, mit der sie die Vergangenheit in die Gegenwart holen wollten und die ihnen wohl unvergessen bleibt, liegt hinter den 17 Jugendlichen aus Leipzig und Lyon, zu denen Henriette vom Beruflichen Schulzentrum "Karl Heine" sowie Viktoria, Solin und Dung vom Reclam Gymnasium zählten. Im LVZ Stadtbüro reflektierten letztere gemeinsam mit Juliane Seifert und Frank Kimmerle vom Erich-Zeigner-Haus-Verein die Ergebnisse ihrer Tour.

der vollständige LVZ Artikel vom 07.12.2011

LVZ, 04.06.2011

"Offen für die Welt" lautet das Motto des Anton-Philipp-Reclam-Gymnasiums in Leipzig.

Die Sprachschule ist vor allem durch ihre französisch-bilinguale Ausbildung bekannt, die neben der "normalen" seit 19 Jahren angeboten wird.

Seit diesem Schuljahr haben die bilingualen Schüler oder Quereinsteiger, die mindestens ein halbes Jahr in einem französischen Land gelebt haben, die Möglichkeit, neben dem deutschen Abitur zusätzlich das französische "baccalauréat" abzulegen. Schon länger hat sich das Reclam um die Aufnahme ins AbiBac-Programm bemüht. "Jetzt ist es endlich gelungen. Die Schüler der zehnten Klasse können sich jetzt der neuen Herausforderung stellen", sagt die Direktorin Petra Trotte.

"Aus unserer Sicht ist es angemessener, wenn die Schüler am Ende dieser Ausbildung nicht nur das bilinguale Zertifikat, sondern einen echten Abschluss erhalten", so der AbiBac-Verantwortliche des Gymnasiums, Hanns-Christoph Lenz. Diejenigen, die daran teilnehmen, bekommen ab der zehnten Klasse extra Unterricht, in dem unter anderem französische Literatur im Vordergrund steht.

Nach dem Probejahr entscheiden Lehrer, Eltern und Schüler, ob es mit dem AbiBac weitergeht. Wenn die Schüler die Ausbildung fortsetzen wollen, müssen sie in der elften und zwölften Klasse den Leistungskurs Französisch-AbiBac, den Grundkurs Geschichte bilingual und den Grundkurs Geografie bilingual besuchen. Letztendlich legen sie dann die zentrale schriftliche Prüfung in Französisch, in Geschichte bilingual und eine dezentrale mündliche Prüfung in Französisch ab. Wenn sie bestanden haben, können sie an allen Hochschulen in Frankreich und Deutschland studieren.

"Es ist zwar ein vertretbar höherer Aufwand, jedoch gibt es das AbiBac-Programm seit vielen Jahren in den westlichen Bundesländern und die Zahl der Absolventen steigt. Warum sollte das für unsere Schüler nicht machbar sein?", sagt Lenz.

Die Schüler sehen das genauso. "Bestimmt ist es später mal nützlich. Vielleicht mache ich ein Auslandsjahr. Da wäre es auf jeden Fall hilfreich", erzählt Henriette Doktor, die die neunte Klasse des Reclam-Gymnasiums besucht. Sie hat sich für die bilinguale Ausbildung entschieden, weil sie sich dadurch nach dem Abitur bessere Berufschancen erhofft. Andere Schüler nehmen daran teil, weil sie ein Studium in Frankreich in Erwägung ziehen oder durch Freunde beeinflusst werden. Schließlich steht nach der neunten Klasse eine Trennung an, in "normal", AbiBac und bilinguale Klassen.

Dort haben die Schüler ab der siebten Klasse Geografie und ab der neunten Klasse Geschichte auf Französisch. Außerdem wird ihnen die Teilnahme an zahlreichen Austauschen mit Frankreich ermöglicht.

"Viele werden denken, dass es sehr schwierig ist, im anderssprachigen Unterricht mitzukommen, aber es geht", ist Henriettes Erfahrung. "Man lernt ja vorher zwei Jahre vertieft Französisch und die neuen Vokabeln werden alle im Unterricht geklärt." Außerdem würden die Lehrer auch Rücksicht nehmen, und wenn es ein Problem gebe, erklärten sie alles noch einmal in Ruhe, bis es jeder versteht. "Es ist also nicht mehr Aufwand als in anderen Fächern." Wenn die Schüler den Herausforderungen des bilingualen Unterrichts nicht gewachsen sind, bietet ihnen das Reclam-Gymnasium auch die Möglichkeit, bis zur 10. Klasse jederzeit in eine "normale" Klasse zu wechseln. "Natürlich ist das Reclam eine sehr große Herausforderung", sagt die Schülerin. "Aber ich bereue nicht, dass ich hierher gegangen bin. Im Gegenteil, es war auf jeden Fall die richtige Entscheidung."

von Anna Maria Pürthner

GEO, Februar 2011

Gute Lehrer - es gibt sie doch

Steffi Kruschel, 49, Leipzig

Jeden Freitagmorgen um sieben Uhr frühstückt sie mit den Teilnehmern des Planspiel-Projekts "Europaparlament". Am Mittwochnachmittag steht sie mit der Koch-AG am Herd. Sie ist Vertrauenslehrerin, Personalratschefin, Beauftragte für Berufsorientierung, und wenn man sie fragt, wieviele Wochenstunden da zusammenkommen, kann sie das so genau nicht beantworten...

... Heute ist sie überzeugt, das "genialste Fach" überhaupt zu unterrichten. Jede 9. Klasse lässt sie eine Partei gründen, jede 10. ein Unternehmen. Sie lässt Wahlkampf betreiben, Umsätze kalkulieren und Kredite beantragen bei der Kruschelbank...

... Was sie (die Schüler) an ihr schätzen: Vielleicht, dass ich diesen Job liebe, sagt Kruschel.

Klicken für große Darstellung
Dieses Bild entstand im Rahmen des Artikels für die Zeitschrift GEO. Alle Rechte liegen bei "Ursula Sprecher und Andi ortellini, Fotografie, CH-Basel" www.sprechercortellini.ch

LVZ, 20.01.2011 zum Abibac am Reclam

Reclam-Gymnasium

Bildungsgang AbiBac feierlich eröffnet

Das Institut français d'Allemagne Leipzig und das Reclam-Gymnasium werden morgen um 9 Uhr im Gymnasium die so genannte Sektion AbiBac eröffnen. Damit ist der gleichzeitige Erwerb der allgemeinen deutschen und französischen Hochschulreife AbiBac möglich. Der erste Jahrgang, 30 Schülerinnen und Schüler, lernt gegenwärtig in Klasse 10 und wird 2013 die Prüfungen ablegen.

AbiBac ermögliche den Schülern einen ungehinderten Zugang zu allen Hochschulen und Universitäten in Frankreich und Deutschland, teilte die sächsische Bildungsagentur mit, die das Projekt als Bereicherung der Leipziger Schullandschaft wertete. Die Schüler haben in den Klassen 10 bis 12 einen vertieften Französischunterricht, der sich schwerpunktmäßig mit der französischen Literatur des 17. bis 20. Jahrhunderts befasst. Außerdem werden sie drei Jahre lang in den Fächern Geografie und Geschichte in französischer Sprache unterrichtet. Zusätzlich zu den Prüfungen, die zum Erwerb der allgemeinen deutschen Hochschule führen, absolvieren die Schüler eine schriftliche Prüfung im Fach Geschichte und eine mündliche Literaturprüfung. Beide werden in französischer Sprache durchgeführt und durch einen Prüfungsbeauftragten der Republik Frankreich bewertet.

Am Vortag des Deutsch-Französischen Tages 2011 soll nun die Ausbildungsrichtung AbiBac in Anwesenheit der Repräsentanten des Sächsischen Kultusministeriums, der französischen Botschaft in der BRD und der Stadt Leipzig gemeinsam mit den Schülern feierlich eröffnet werden. r.

LVZ, 24.09.2010 zum Schüleraustausch mit Herzlyia/Israel

"Eine Woche ist doch eigentlich viel zu kurz"

Leipziger Gymnasiasten fahren im Oktober zum Schüleraustausch nach Herzliya in Israel

"Viele Eltern waren nicht von der Idee begeistert, einen Schüleraustausch mit einer israelischen Stadt zu organisieren", erinnert sich Dorothea Klauer. Die Zwölftklässlerin besucht das Anton-Philipp-Reclam-Gymnasium in der Tarostraße und wird zusammen mit einigen Mitschülern vom 11. bis zum 18. Oktober nach Herzliya in Israel reisen.

Die besorgten Eltern wurden vermutlich durch die zahlreichen Medienberichte über palästinensische Attentate abgeschreckt. Aber Lehrerin Lioba Förtsch, die den Schüleraustausch organisiert, kann beruhigend versichern: "Wir reisen ja nicht in die Nähe des Gaza-Streifens. Unser Ziel Herzliya liegt in der Nähe von Tel Aviv. Die Gegend dort ist als sehr liberal und sicher bekannt. Wir haben nichts zu befürchten." Außerdem verbinden nicht alle Eltern nur Schreckensmeldungen mit dem Reiseziel. "Mein Vater war selbst mal in Israel. Er findet es wichtig, dass ich diese Erfahrung machen kann", so Mathis Glenewinkel. Und die Mutter von Margarethe Kühn ist sogar ein wenig neidisch, nicht mitfliegen zu können.

Die Reise der Leipziger Schüler ist ein Gegenbesuch: Im April dieses Jahres war eine Gruppe israelischer Jugendlicher in der Messestadt zu Gast. "Wir haben uns alle sehr gut verstanden", meint Förtsch rückblickend. "Ich glaube, wir konnten auch dazu beitragen, ihr Bild von Deutschland zu verbessern."

Und weiter: "Man muss schon Verständnis für die Skepsis gegenüber Deutschland aufbringen. Jede unserer Gastfamilien hat in der Nazi-Zeit mindestens ein Mitglied verloren."

Beim Besuch der Schüler aus Herzliya erarbeiteten die Jugendlichen gemeinsam Projekte zum 20-jährigen Jahrestag der Friedlichen Revolution. In einigen Wochen soll es den Leipzigern nun um den Begriff der Identität gehen. Wie machen uns Kultur, Religion und andere Einflüsse zu dem, was wir sind - gerade vor dem Hintergrund der deutsch-israelischen Geschichte? "Ich denke, Israel ist ein sehr fröhliches, junges Land. Trotzdem glaube ich auch, dass man gerade in Jerusalem manchmal ein beklemmendes Gefühl bekommen kann", überlegt Elsa Heiner.

Ihr Mitschüler Paolo Löffler fügt hinzu: "Israel ist ja praktisch nur von Feinden umgeben. Da muss man eine besondere Beziehung zum eigenen Staat entwickeln." "Wir werden aber nicht nur ernste Momente erleben. Herzliya aliegt nicht umsonst am Mittelmeer - ich will baden gehen", so Lehrerin Förtsch, "Außerdem sollten wir zwei Tage am Toten Meer verbringen", wünscht sich Margarethe.

Generell gibt es in Israel viel zu entdecken: Tel Aviv, Bethlehem, die Geburtskirche Jesu Christi - all das will besichtigt werden. Ob da sieben Tage überhaupt ausreichen? "Eigentlich ist eine Woche doch viel zu kurz. Von uns Schülern war noch keiner in Israel und wir wollen so viele Eindrücke wie möglich mit nach Hause nehmen", überlegt Elisabeth Schicke.

Förtsch ist derweil in Gedanken schon einen Schritt weiter: Der Schüleraustausch soll jährlich am Reclam-Gymnasium stattfinden. "Jeder in den Klassen 10 bis 12 kann mitmachen. Zuerst wird ein Schüler aus Herzliya zu Hause aufgenommen, dann reist man selbst nach Israel." Sie sei auch überzeugt, immer ausreichend Teilnehmer finden zu können. "Die Jugendlichen sind sehr interessiert an unseren Austauschprojekten und wollen gern mitmachen", so Förtsch. Die Ethiklehrerin steht auch mit Jugendlichen aus der slowakischen Hauptstadt Bratislava in Kontakt.

Über finanzielle Sorgen kann sie derweil nicht klagen: "Das Kultusministerium und die Stadt unterstützen uns sehr", freut sich Förtsch. Schließlich ist auch eine Städtepartnerschaft zwischen Leipzig und Herzliya angedacht, dafür leisten die Schüler wertvolle Vorarbeit.

Doreen Hoyer

LVZ, 18.5.2010

Französisches Abitur möglich

Bilingualer Unterricht am Reclam-Gymnasium

Schüler des Anton-Philipp-Reclam-Gymnasiums werden vom nächsten Schuljahr an parallel zum deutschen auch auf das französische Abitur Baccalauréat (AbiBac) vorbereitet. "Mit dem Doppelabschluss stehen den Schülern viele Türen offen. Das ist eine große Chance, denn international anerkannte Abschlüsse stehen hoch im Kurs", so Kultusminister Roland Wöller. Der Weg dorthin verlange den Gymnasiasten viel Leistungsbereitschaft ab, aber durch den bilingualen Unterricht vergrößern sich Studien- und Berufsmöglichkeiten, so Wöller.

Im Schuljahr 2010/2011 können interessierte Gymnasiasten der Klassenstufe 10 mit dieser speziellen Ausbildung beginnen. Vorher müssen sie vertiefte sprachliche Ausbildung durchlaufen haben. In den Klassenstufen 10 bis 12 wird Französisch auf erhöhtem Niveau unterrichtet. Auch Geschichte und ein weiteres gesellschaftswissenschaftliches Fach werden in der Sprache gehalten.

Das Anton-Philipp-Reclam-Gymnasium Leipzig und das Romain-Rolland-Gymnasium Dresden sind die ersten Schulen im Freistaat, in denen das AbiBac abgelegt werden kann. An den beiden Gymnasien gibt es schon seit 1993/94 eine zweisprachige Ausbildung ab der fünften Klasse. Leipzig kooperiert dabei mit einer Schule in Montpellier.

Das AbiBac wird vom Freistaat, dem Europäischen Sozialfonds und beiden Städten gefördert. Das Französische Baccalauréat beruht auf einem Abkommen von 1994 zwischen Deutschland und Frankreich und wird an mehr als 50 Schulen in Deutschland angeboten. r.

LVZ, 20.04.2010

Schüler werfen Klischees über Bord

Israelische Jugendliche zu Gast am Reclam-Gymnasium / Im Oktober geht Schüleraustausch in Herzliya weiter

Schüler aus vielen Ländern der Welt hatte das Anton-Philipp-Reclam-Gymnasium schon zu Gast. Doch Israel gehörte bislang nicht dazu. Jetzt organisierte es erstmals auch einen Schüleraustausch mit dem jüdischen Staat. Eine Woche lang besuchten acht Elfklässlerinnen der Rishonim-High School aus Herzliya die Messestadt.

Anders als bei Spanien oder Frankreich, wo man doch zumindest schon mal die Fußballstars kennt, wussten die Jugendlichen diesmal kaum etwas über die Heimat der anderen. Nach dem Fall des Eisernen Vorhangs geboren, war den Israelis zunächst die jahrzehntelange Teilung Deutschlands nicht bewusst. Verwundert zeigte sich aber auch Rachel Hasson, die mitgereiste Schulleiterin, dass die Jugendlichen aus der gastgebenden Stadt annahmen, "dass Israel gar kein eigenständiger Staat ist".

"Das war für uns bisher kein Thema", gesteht Lisa Schubert. Wie ihre Altersgefährten hatte sich auch die 16-jährige Leipzigern vor dem Schüleraustausch nicht mit der wechselvollen Geschichte des kleinen Landes zwischen Mittelmeer und Jordanfluss beschäftigt. "Man kennt nur die üblichen Klischees", sagt sie. "Aus den Nachrichten weiß man, dass dort Krieg ist." Während von den Leipzigern niemand den konfliktbeladenen Nahen Osten aus eigenem Erleben kennt, war Lila Rabinoviz schon einige Male in Deutschland. "Ich habe Verwandte in München", erzählt sie. "Als es dann aber hieß, wir fahren mit der Schule nach Leipzig, war ich anfangs doch etwas besorgt", gibt die 15-Jährige zu und nennt dafür einen einfachen Grund: "Man hört doch so viel über Antisemitismus hier in Ostdeutschland." Doch ihre Befürchtungen zerstreuten sich rasch. "Ich habe hier nichts dergleichen erlebt", erzählt die Schülerin, "die Leute sind wirklich ausgesprochen nett." Ob im Workshop zur Friedlichen Revolution, beim Besuch des jüdischen Begegnungszentrums, des Stasi-Museums "Runde Ecke", bei Ausflügen nach Berlin und in den Vergnügungspark Belantis oder bei Gesprächen in den Gastfamilien - mit jedem Tag lernten die Schüler mehr voneinander. Auch, dass Israel ein Land ist, das wie kein anderes seine Identität über die Geschichte seines Volkes definiert. Und so folgten sie am Vorabend des 62. Gründungstages des Staates Israel gemeinsam der dortigen Tradition des kollektiven Erinnerns. "Eine Familie lud uns am Sonntag ein", berichtet die Leipziger Lehrerin Lioba Förtsch. Am Sonntag begingen die Israelis den Yom Hasikaron, einen Gedenktag für die getöteten Soldaten und Terroropfer, es ist der zweitwichtigste nach dem Holocaust-Tag. Herzliyas Direktorin Hasson will den Schüleraustausch ausbauen. "Er ist uns wichtig", sagt sie, "nur so schaffen wir Verständnis füreinander." Schon im Oktober werden Leipziger zum Gegenbesuch in Herzliya, der künftigen Partnerstadt Leipzigs, erwartet.

Klaus Staeubert

LVZ, 31.12.09

Zwei Leipziger Schulen wollen Lebensweltmeister werden


Reclam-Gymnasiasten legen Fokus auf St. Vincent & die Grenadinen, die Nachbarschaftsschule auf Nicaragua


Der Leipziger Fußball-Nationaltorwart Manuel Neuer ist die Gallionsfigur für einen ganz besonderen Schulwettbewerb im Vorfeld der Fußball-Weltmeisterschaft 2010 in Südafrika. Er unterstützt die so genannte Eine-Lebens-Weltmeisterschaft, die bundesweit Schülern der 7. bis 9. Klassen zeigen soll: Die Welt ist ein Dorf. „Fußball verbindet Welten. So geht ihr den ersten Schritt für eine wirkliche Verständigung in der Welt“, erklärte Neuer kürzlich in Leipzig. Denn auch hier nehmen Schulen an diesem Wettbewerb teil. „Dieser Wettbewerb gibt Jugendlichen Raum und Zeit, sich gleichaltrigen Jugendlichen eines Landes zu nähern und sie – wenn möglich – auch zu kontaktieren“, erläutert der sächsische Projektleiter Kai Ummerlée vom Eine-Welt-Verein der Messestadt. Es geht dabei um das Verstehen anderer Lebenswelten und den Perspektivwechsel. „Und es geht natürlich um das gemeinsame Hobby Fußball, das Kinder und Jugendliche hier und dort verbindet“, so Ummerlée. E-Mails, Internet, Telefon, Flugzeuge und Fernsehen brächten die Welt näher zusammen. „Aber was heißt das schon? Lernen sich die Menschen dadurch wirklich kennen?“, fragt der Projektleiter. Träger dieses bundesweiten Schulwettbewerbs ist die Arbeitsgemeinschaft der Eine-Welt-Landesnetzwerke in Deutschland (agl) mit Sitz in Hannover in Kooperation mit dem Entwicklungspädagogischen Informationszentrum in Reutlingen (EPIZ). In jedem Bundesland gibt es Ansprechpartner, die die Teams begleiten. Schirmherr ist der Bremer Ex-Senator Willi Lemke, Sonderberater des UN-Generalsekretärs für Sport im Dienst von Entwicklung und Frieden. Der Wettbewerb wird insbesondere von der Aktion Mensch und durch das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung finanziell gefördert. Das Prinzip: Jeder Schule wird eines der 204 Fifa-Länder zugelost. Die Teams erarbeiten zu „ihrer Fußballnation“ einen Beitrag über die Lebenswelt Jugendlicher dort. „Lebensweltmeister kann also nur werden, wer die Perspektive wechselt“, sagt Martin Weber von der agl. Die Beiträge gingen genauso in die Bewertung ein wie die Ergebnisse der zahlreichen Fußballturniere. „Was zählt, sind also gute Ideen sowie das Können am Ball“, so Weber. Das Endturnier finde im Mai 2010 kurz vor der WM statt. Aus Sachsen beteiligen sich insgesamt 13 Teams an der Eine-Lebens-Weltmeisterschaft. „Den beiden Leipziger Schulen sind dabei interessante Länder zugelost worden“, berichtet Sachsens Projektleiter Kai Ummerlée. So werde sich die Klasse 7.3 des Reclam-Gymnasiums mit den Inseln St. Vincent & den Grenadinen beschäftigen, die Klasse 8 – „sie nennen sich Pandas“ – der Nachbarschaftsschule könne im Rahmen des Schulwettbewerbs die Lebenswelten Jugendlicher aus Nicaragua kennen lernen und „diese Informationen vielleicht sogar aus erster Hand bekommen“, wie es der Leipziger formuliert. Letztlich verfolge der Wettbewerb aber auch das Ziel, den Blick für die gesamte Welt zu stärken und ihn mit dem Fair-Play-Gedanken im Sport zu verbinden. „Auf die besten Teams warten jedenfalls attraktive Preise“, verrät Ummerlée. Der erste werde noch geheim gehalten, um die Spannung zu steigern. Doch werde er die Plätze zwei und drei ganz gewiss noch übertreffen. Und der zweite sei immerhin ein Fußballlehrgang, für den dritten könne die jeweilige Klasse Konzerttickets für ein angesagtes jugendliches Musik-Happening in Deutschland in Empfang nehmen. mape

LVZ, 17.12.09

Elftklässler helfen Senioren ins Internet

Hier geht es freundlich, geduldig, kompetent und sehr interessiert zu: Hauda und Lisa, beide Schülerinnen der 11. Klasse am Anton-Philipp-Reclam-Gymnasium in der Leipziger Tarostraße, sind für wissbegierige Nach-60er Wissensvermittler in Sachen IT. Mit völlig unterschiedlichem Kenntnisstand treffen sich fünf bis sieben Senioren aus dem benachbarten Bürgerverein Messemagistrale einmal pro Woche für eine Stunde in einem der Computerräume des renommierten Leipziger Gymnasiums. Sie bringen den eigenen Laptop mit oder nutzen einen der Rechner im Schulraum.

„Dass junge Menschen heutzutage Experten am PC sind, weiß jeder aus innerfamiliärer Erfahrung. Ebenso bekannt ist der Lerneifer und Fleiß der Großeltern-generation, die mit immer größer werdender Teilnehmerzahl ans Netz geht. Also lag nahe, Vertreter beider Gruppen zusammenzuführen“, erzählt Marina Claus vom Verein. Die Anregung hierzu sei in einer Seniorenveranstaltung des Bürgervereins gekommen.

Umgesetzt wurde sie in freundlich-nachbarschaftlicher Zusammenarbeit zwischen dem Verein und dem Gymnasium. „Hier bestehen seit langem und mit wachsender Qualität und Intensität Angebote von Haus zu Haus“, so Claus. So besuchten Schülerinnen und Schüler des Reclam-Gymnasiums mit ihren Lehrern Veranstaltungen beispielsweise im Rahmen des Lions-Quest: Unter dem Motto „Erwachsen werden“ stärken hier junge Menschen ihre sozialen und kommunikativen Kompetenzen auch mit Partnern des gesellschaftlichen Umfeldes. Oder sie träfen sich mit anderen Besuchern des Offenen Kinder- und Jugendtreffs im Bürgerverein zum Tischtennisspiel. Die Räume des Vereins werden zu besonderen Anlässen von den Lehrern genutzt. „Ebenso sind Gymnasiasten gern gesehene Gäste, wenn Zeit zum nachmittäglichen Kursangebot der Schule zu überbrücken ist“, berichtet Claus. In den Rahmen des vielseitigen Ganztagsangebotes der Schule reihen sich auch die Computer-Seminare für Senioren ein. „Gegen einen – für den individuellen Umgang mit den Teilnehmern absolut angemessenen – Obolus, der dem Förderverein des Gymnasiums für Schul-Projekte oder soziale Aktionen zu Gute kommt, hat Steffen Müller, Fachlehrer für Mathe, Physik und Informatik fünf Jungen und Mädchen für den Computer-,Unterricht‘ gewinnen können“, blickt die Vereinsmitarbeiterin zurück. Der Kurs laufe „Open end“: „Jeden Montag ab 15 Uhr während der Schulzeit gibt es Platz und Gelegenheit“, so Claus. r.

LVZ, 20.10.2009

„Der Brief“

In Leipzig wird die jüdische Familiengeschichte von Käthe und Jochen Leibel jetzt fortgeschrieben

Am 19. November wird der Ex-Leipziger Jochen Leibel eigens aus Frankreich anreisen, um sich hier im Erich-Zeigner-Haus mit französischen und hiesigen Schülern zu treffen. Sie wollen die Köpfe zusammenstecken und ein gemeinsames Projekt voranbringen. Das Thema: „Der Brief“.

„Ich bitte, dass ein gütiger Mensch diesen Brief weiterleitet. Ich habe keine Briefmarke.“ Es muss im August vor 67 Jahren gewesen sein, als ein Brief mit diesen eilig hingeschriebenen Worten auf dem Kuvert am Leipziger Hauptbahnhof aus einem Gefangenentransport geworfen wurde. Und es muss den „gütigen Menschen“ gegeben haben, der ihn auflas und dem Empfänger brachte. Denn sonst könnte die jüdische Familiengeschichte des ehemaligen Leipzigers Jochen Leibel, die bereits vor einigen Jahren in Leipzig (und darüber hinaus) aufhorchen ließ, nunmehr keine solche Fortsetzung an der Pleiße finden. Aber der Reihe nach. Jochen Leibel ist jener Mann, der 1943 als Dreijähriger gemeinsam mit seiner jüdischen Mutter Käthe vom späteren Leipziger Oberbürgermeister Erich Zeigner, dessen Sekretärin Johanna Landgraf und dem Dominikaner-Pater Arkenau vor Deportation und Tod gerettet wurde. Viel Persönliches konnte Käthe Leibel in Verstecke und auf der Flucht vor den Nazis nicht bei sich tragen. Aber das Briefkuvert mit den handgeschriebenen Worten hatte sie wohl stets dabei, wenngleich der Inhalt verloren ging. Denn: Der Briefeschreiber seinerzeit war Jochens Großonkel Martin Kober. Seine Zeilen waren an die Familie adressiert und hatten ihr letztlich Gewissheit über sein Schicksal gebracht.

„Zunächst war es Joseph Kober, der Anfang des 20. Jahrhunderts mit seinen fünf Kindern – darunter meine Großmutter Maria Leibel und ihr Bruder Martin Kober – nach Leipzig kam, am Ranstädter Steinweg einen koscheren Delikatessenladen eröffnete“, erzählt Jochen Leibel. Großonkel Martin hat dann in der Friedrich-Ebert-Straße eine Schneiderwerkstatt unterhalten – mit einem Angestellten. Dann kam die Pogromnacht und tags darauf der Mitarbeiter nicht mehr. Er habe nicht mehr für einen Juden arbeiten wollen, ließ er wissen. „Martin musste sein Geschäft schließen, und kurz darauf aus Deutschland in die Schweiz flüchten. Dort wurde er verhaftet und in das von den Deutschen besetzte Frankreich abgeschoben. Die Franzosen internierten ihn in einem Gefangenenlager in Gurs in den Pyrenäen.“

Zusammen mit tausenden anderen Juden sei Martin Kober letztlich per Zug via Paris und Leipzig – seiner Heimatstadt, in der er noch schnell den Brief aus dem Fenster warf – nach Auschwitz deportiert worden. Dort kam er zu Tode.

Nach Kriegsende fand Jochen Leibel in Frankreich eine neue Heimat. Er arbeitete als Korrespondent für verschiedene Zeitungen. Eine Zeitung sandte ihn als Beobachter zum Prozess gegen den „Schlächter von Lyon“, Klaus Barbie. Doch bald dachte er da, er sei im falschen Film, als im Prozess plötzlich der Name seines Großonkels als eines der Opfer fiel. Im Vorjahr konnte Leibel nun in Leipzig dabei sein, als ein Stolperstein für den Großonkel in der Friedrich-Ebert-Straße eingelassen wurde. Doch die Spurensuche nach ihm sollte bald neuen Auftrieb erhalten. „Im Februar dieses Jahres nahmen meine Frau und ich in Paris im Memorial de la Shoa an einer Veranstaltung zum Gedenken an die Kristallnacht in Deutschland teil“, erzählt Leibel. Beim Warten am Eingang betrachtete ich im Innenhof die Gedenkmauer mit tausenden von Namen verschleppter Juden. Und plötzlich stieß ich auf den Namen Martin Kobber.“ Irritiert vom Doppel-B, stimmte jedoch das Geburtsdatum 12.3.1890 dahinter. „Und ohne die Eröffnung abzuwarten, rannte ich in die Dokumentationsabteilung, die glücklicherweise besetzt war. Dort stand auf der Karteikarte von ,Martin Kobber’ auch der richtige Geburtsort Jaretschewo“, so Leibel. „Und ich fand auch, dass Martin, registriert unter der Nummer 138, am 17. August 1942 mit dem Zug-Konvoi Nr. 20 im Waggon V von Drancy nach Auschwitz abtransportiert worden war.“

„Der Brief“ – so ist jetzt ein vom Leipziger Erich-Zeigner-Haus-Verein initiiertes Projekt überschrieben, das nun weitere Details über Martin Kobers Schicksal zutage fördern soll. „Wir haben Schüler des Reclamgymnasiums gewonnen und über einen französischen Lehrer, der dort gerade zu Gast ist, Verbindung zur Schule Lycée Ampére in Lyon geknüpft. Die Schüler dort werden sich noch einmal den Fall Barbie und das Internierungslager von Gurs genauer vornehmen“, sagt Vereinsvorsitzender Frank Kimmerle. „Das Spannende ist an all dem ja, dass wir hier eine Familie haben, wo ein Zweig mit Hilfe mutiger Deutscher in Nazideutschland gerettet wurde und ein anderer nicht solche Freunde hatte. Statt dessen musste er in die stets als so loyal gesehene Schweiz flüchten, wurde inhaftiert und an Nazi-Kollaborateure in Frankreich ausgeliefert.“ Ein Jahr lang soll die Recherche jetzt laufen, dann sollen die Ergebnisse in einem Buch auf Deutsch und auf Französisch zusammengefasst werden. „Und mit Jörg Gefrörer interessiert sich jetzt sogar ein namhafter Regisseur für die Sache. Er hatte bereits in England und Frankreich Preise mit der Dokumentation von Wallraffs ,Ganz unten’ erhalten und möchte nun die Lei-bel’sche Familiengeschichte aufgreifen“, so Kimmerle.

Angelika Raulien

LVZ, 13.10.2009

Vom Klassenzimmer ins Gewandhaus

 

Vokal-Ensemble Calmus nimmt jungen Schulchor des Reclam-Gymnasiums mit auf die Bühne

Pf-s-sch. Pf-s-sch. Pf-s-sch. Tonlos, im Rhythmus, eine Minute lang. Danach ein gesummtes O, doch Bariton Ludwig Böhme unterbricht: „Denkt euch den Ton schlanker, wie ein Ofenrohr voll Klang!“ Nochmal Summen, 23 Os im sonoren Gleichklang, Böhme ist zufrieden. Der Chor ist jetzt eingestimmt für die Probe. Den Schulchor des Reclam-Gymnasiums gibt es erst seit einem Jahr, seine jungen Sänger üben nur einmal wöchentlich und von einem Auftritt beim vorigen Abiturball abgesehen, haben die 23 Mitglieder noch nicht vor Publikum gesungen. Gab es im Reclam-Gymnasium etwas zu feiern, traten fremde Chöre auf. Doch seit einigen Wochen probt der Schulchor für seinen ersten großen Auftritt – ein Konzert im Leipziger Gewandhaus.

Zu verdanken haben die Sänger diese einmalige Gelegenheit Böhme und den vier anderen Mitgliedern des Vokal-Ensembles Calmus, die alle zwei Wochen mit den Schülern proben. „Wir feiern am 25. Oktober unser zehnjähriges Bestehen im Gewandhaus. Deshalb wollten wir ein Projekt mit einem Schulchor auf die Beine stellen, der noch jung ist und keine Routine hat“, sagt die Sopranistin Anja Lipfert. Siebzig Mal im Jahr stehen die Calmus-Sänger überall in Europa auf der Bühne. Sie alle haben eine jahrelange Gesangsausbildung, zwei von ihnen waren bei den Thomanern – Gesang ist ihr Geschäft.

Ganz anders der Schulchor. 23 Schüler zwischen zehn und 16 Jahren, die nach sieben regulären Unterrichtsstunden noch einmal 90 Minuten Noten lesen, Töne halten, Einsätze finden müssen. „Contrappunto“, das Stück, das sie im Gewandhaus singen, hat der Barockkomponist Adriano Banchieri für fünf Stimmlagen geschrieben. Heute singen es Schulchor und Ensemble zum ersten Mal gemeinsam. Die Schüler erahnen jetzt, was sie erwartet. Die Stimmen der Calmus-Vokalisten sind kräftig, ihr Tempo lässt keine Zeit, über den richtigen Einsatz und den perfekten Ton nachzudenken. Es klingt nicht nach Gewandhaus. „Man muss aufpassen, dass man nicht plötzlich eine andere Stimme singt“, sagt Raphael, der einzige Junge im Chor. Der Siebentklässler spielt in seiner Freizeit Klavier und Querflöte, außerdem singt er. „Ich habe mir aber nie gewünscht, bei den Thomanern zu singen, weil ich viel lieber Sprachen lernen will. Und singen kann ich ja jetzt hier“, sagt der Zwölfjährige. Neben ihm sitzt Hans Jürgen Hölzel, einer der beiden Musiklehrer, die den Chor betreuen. „Der Chor entwickelt sich bestens. Es spornt die Schüler an, Profis vor sich zu haben“, sagt der Pädagoge.

Gegen Ende der 90 Minuten singen sie noch einmal „Contrappunto“. Diesmal halten die Schüler das Tempo, jeder bleibt bei seiner Stimmlage. Der finale Refrain ist so kräftig und raumfüllend, dass in dem Klassenzimmer kein Stimmchen mehr Platz hätte. „So langsam sind sie bühnenreif“, freut sich Calmus-Sängerin Lipfert. Nach Probenschluss leert sich das Zimmer schnell, Musiklehrer Hölzel aber ist geblieben und spielt Gitarre. Fünf Schüler aus dem Chor wollten noch ein bisschen singen. Nicht das „Contrappunto“ von Adriano Banchieri. Sie singen Bob Dylan.

Michael Sellger

LVZ 29.09.2009

Mehrsprachenturnier

Leipziger Schülerin siegt in Hamburg

Veronika Soloviovi vom Friedrich-Schiller-Gymnasium in Leipzig hat beim Mehrsprachenwettbewerb in Hamburg Platz 1 belegt. Mit ihren Fremdsprachenkenntnissen in Englisch, Französisch und Russisch habe die Zehntklässlerin die Jury überzeugt, teilte das Kultusministerium Sachsens mit. Die Leipzigerin Paula Klöden von der Anton-Philipp-Reclam-Schule kam auf einen zweiten Platz. Dritte Plätze belegten Nicole Klinger (ebenfalls Reclam-Schule) und Max Zaloudek vom Gymnasium Engelsdorf. kru

 

LVZ 22.08.2009

Vier goldene Pflastersteine erinnern an Nazi-Opfer

Schüler des Reclam-Gymnasiums forschen über Opfer der NS-Diktatur

Vier goldene, so genannte Stolpersteine, säumen seit gestern die Türschwelle des Wohnhauses Gneisenaustraße 7 (Zentrum Nord). Denn hier lebte einst Daniel David Katzmann, der letzte Direktor der jüdischen Volksschule Leipzigs mit seiner Familie. Er wurde von den Nationalsozialisten zusammen mit Frau, Kind und Schwiegermutter in Auschwitz umgebracht.
Im Rahmen eines Schulprojektes haben sich Zehntklässler des Anton-Philipp-Reclam-Gymnasiums mit Katzmanns Leben beschäftigt. Die Idee, sich an diesem deutschlandweiten Projekt zu beteiligen, hatte Klassenlehrerin Mandy Macholdt. „Ich kannte das Projekt aus dem Studium und habe es dann gemeinsam mit einer anderen Referendarin 2008 ins Leben gerufen“, erklärt sie. Die Schüler seien sofort begeistert gewesen.
Dennoch war die Aufgabe schwer, denn die Gruppe musste sich erst einmal eine Person suchen, zu der sie dann forschen wollte. „Wir waren in der Deutschen Nationalbibliothek und haben dort in einem Buch über jüdische Lehrer den Namen Daniel David Katzmann gefunden“, erinnert sich Friederike Risch. Unterstützt wurden die Schüler während der einjährigen Recherche von Christian Börner von der Arbeitsgruppe Stolperstein der evangelischen Jugend Leipzig. Er gab den Schülern Tipps, welche Bücher hilfreich wären oder an welchen Orten sie Unterlagen über die NS-Zeit und zu den Juden in der Stadt finden könnten. Die Steine wurden von Künstler Gunter Demnig in den Boden gelassen.
In Leipzig sind bisher an 52 Orten Stolpersteine eingelassen, die mit dem Namen und dem Schicksal der jeweiligen Person versehen sind. ra

 

LVZ 09.06.2009

Pilotschule verleiht Exzellenzlabel

Zur Abiturfeier verleiht das Anton-Philipp-Reclam-Gymnasium das CertiLingua-Exzellenzlabel für mehrsprachige, europäische und internationale Kompetenzen. Damit werden Absolventen ausgezeichnet, die mit dem Abitur besondere Qualifikationen in europäischer und internationaler Dimension nachgewiesen haben. Dazu gehören unter anderem besondere Kompetenzen in zwei modernen Fremdsprachen. Das Reclam-Gymnasium ist Teil des CertiLingua-Netzwerkes, in dem seit der Pilotphase 2007 verschiedene europäische Partner zusammenarbeiten. Anlässlich des Schüleraustausches mit der Rishonim-High-School (Israel), wird der ehemalige Direktor der Landeszentrale für politische Bildung, Wolf-Dieter Legall, am 11. Juni um 18 Uhr in der Aula des Gymnasiums, Tarostraße 4, einen Vortrag zum Thema „Israel heute“ halten. Der Eintritt ist frei...

 

Leipziger Rundschau 15.04.2009

Forschen im Gymnasium

TÜV Süd spendet 5 Schulen, darunter auch unsere, ein Brennstoffzellen-Modell...

Den dazugehörigen Zeitungsartikel finden Sie hier.

 

 

LVZ 27.02.2009

Privatwirtschaft übernimmt Schulen

Auf 490 Millionen Euro beziffert Finanzbürgermeisterin Bettina Kudla den Investitionsstau an Leipzigs Schulen.

... Sollte der Stadtrat im April grünes Licht für das PPP-Geschäft geben, wird zur Jahresmitte das Projekt für zunächst fünf Schulen europaweit ausgeschrieben. Dann könnten im Herbst 2010 die Bauarbeiten beginnen. Gesamtvolumen: 60 Millionen Euro. Ausgewählt wurden für das erste Leipziger PPP-Projekt die denkmalgeschützten Altbauschulen Kant-Gymnasium und Breitenfelder Straße sowie die drei Plattenbauobjekte Reclam-Gymnasium, Neruda- und Kästner-Grundschule ...

... Haus 2 wird saniert und mit dem bereits rekonstruierten Haus 1 verbunden. Neubau einer Drei-Felder-Turnhalle. Fünfzügige Schule mit 1000 Schülern....