15.11.2012

Heute ist es nun so weit: der Ausflug nach Jerusalem ist an der Reihe. Eine Stadt ueber die sich jeder wohl seinen Teil denkt und ueber die die Israeli sagen, dass sie wie ein anderes Land sein kann. Sie sagen auch, dass manche sie hassen und andere sie lieben. Wie wir sie empfinden, werden wir erst nach einer einstuendigen Busfahrt erfahren.

Aber bevor wir uns in die Altstadt aufmachen und unsere Wuensche in der Klagemauer platzieren koennen, geht es in ein Museum. Und nicht nur irgendeins, wir besuchen das Yad Vashem, ein Museum das dem Holocaust gedenkt. Unser Guide, Nadav, versucht uns zu zeigen, dass der Holocaust nicht nur Zahlen und der Tod von Massen sind, sondern will uns die einzelnen Gesichter und Identitaeten naeher bringen. "Versucht euch einen Namen zu merken", bittet er uns am Anfang "nehmt zumindest einen Namen der Betroffenen des Holocausts mit euch mit."

Petr Ginz.

"Remember only that I was innocent and, just like you, mortal on that day, I, too, had had a face marked by rage, by pity and joy, quite simply, a human face!" Benjamin Fondande

Nachdem wir die Gedenkstaedte fuer Leipzig gesehen haben, setzen wir uns alle in einen Kreis. Ori, der israelische Lehrer, moechte von uns wissen wie wir uns gefuehlt haben und wir fangen an unsere Emotionen zu erklaeren. Sie sind oft sehr verschieden und doch gleich. Es ist ziemlich traurig, aber ich glaube am Ende des Gespraeches merkt man, dass wir uns noch naeher als zuvor sind.

Als wir damit abgeschlossen haben, geht es los in die Altstadt. Hier koennen wir die alten Gemaeuer bewundern und finden nach einer Sicherheitskontrolle unseren Weg zur Klagemauer. Dort haben wir die Moeglichkeit Zettel die wir vorher vorbereitet haben zu platzieren und dann soll Gott sie direkt erhalten, sagt man. Aufgrund der Tradition laufen wir nicht mit dem Ruecken zur Wand und versuchen beim Ruechwaertslaufen niemanden anzurempeln.

Nun stehen noch der Besuch der christlichen Kirche und des Marktes an. Einige Stunden spaeter, am Abend machen wir uns letztendlich auf den Weg zum Bus. Um uns dort von einem sehr ereignissreichen  Tag zu erholen.

Henriette Jarke