Buddhismus 2013

Am Donnerstag, dem 17.1. besuchte uns Professor Doktor Murmel von der Universität Leipzig, um uns über den Buddhismus zu erzählen und unsere Fragen über den Buddhismus zu beantworten, beziehungsweise über eine Art des Buddhismus. Prof. Dr. Murmel zählt zu den Fachmännern des Theravada- Buddhismus, der auf Sri Lanka, Thailand, Kambodscha und Teilen von China praktiziert wird. Zu Beginn erzählte er uns einen Teil seiner sehr interessanten Biografie, in der er erzählte, wie er Professor für den Buddhismus geworden war. Anschließend erfuhren wir viele interessante Fakten über den Buddhismus, wie zum Beispiel die zehn Gebote, die sich aber nur auf den Theravada- Buddhismus bezogen. Diese klingen zwar denen des Christentums sehr ähnlich, dank Herrn Murmel erfuhren wir, wie sehr sie sich doch von denen des Christentums unterscheiden. Einer der wichtigsten Punkte war zum Beispiel das Gebot, dass ein Mensch nicht töten solle. In dieser Form des Buddhismus lautet das Gesetz, dass ein Mensch keine Lebewesen töten soll, während sich das Gebot aus der Bibel auf Menschen bezieht. Wie wir erfuhren nehmen die Gläubigen dieses Gebot sehr ernst, sind demzufolge strikte Vegetarier, weswegen der Westen oft als barbarisch und abartig angesehen wird. Es gibt aber durchaus andere Formen des Buddhismus, in denen das Töten nicht direkt untersagt wird. Sehr interessant für mich war, dass es „Kampfmönche“ wirklich gegeben hat, manche haben damit auch ihr Geld verdient. Dies legt wieder einmal nahe, wie groß des Spektrum des buddhistischen Glaubens doch ist und dass man eigentlich nicht von einer einheitlichen Religion sprechen kann.

Um noch einmal auf den Theravada- Buddhismus zurückzukommen: Die Laien unterscheiden sich sehr von den Mönchen. Ein Beispiel dafür ist, dass das Meditieren von Laien nicht ausgeübt wird, wie in der westlichen Welt oft angenommen. Die Mönche leben ein für uns sehr befremdliches Leben. Frauen anzublicken ist ihnen genauso verboten, wie zu lachen. Lachen ist laut des Teravada eine Schwäche und ein Mönch hat die Aufgabe, sich über alle menschlichen Schwächen zu stellen. Auch Sport üben sie nicht aus, aber sie sind gezwungen, jedes ihnen geschenkte Essen anzunehmen. Das führt oft dazu, dass Klostermönche entgegen vieler Klischees logischerweise oft übergewichtig sind. Das zu erfahren war sehr interessant. Im weiteren Verlauf erläuterte er die buddhistische Anschauungsweise über das Nirvana sehr eindrucksvoll. Er nahm dafür eine Kerze, deren Flamme ausgeblasen wurde. Nachdem der daraus resultierende Rauch verflogen war, sagte er, Nirvana wäre für die Buddhisten dort, wo sich der Rauch nun befinden würde. Dieses Beispiel war sehr gut gewählt und hat mir persönlich sehr gefallen.

Auch über die Nachteile des Buddhismus in Sri Lanka erzählte uns Herr Murmel, denn dieser hatte das Land des Öfteren bereist und konnte so aus erster Hand erzählen. So berichtete er uns, dass es vor einigen Jahren eine Cholera-Epidemie gegeben hatte. Jedoch unternahm niemand etwas, um den Infizierten zu helfen, denn im Teravada – Buddhismus ist jeder Mensch verantwortlich für das, was er tut, und jeder Mensch erhält das, was er verdient. Demzufolge war die Kranken für die Gläubigen Schuldige, die eine Strafe verdient hätten, und denen nicht zu helfen sei. Aber nicht alle Buddhisten in Sri Lanka nehmen die zehn Gebote so hin, wie sie geschrieben sind. Viele setzen sich darüber hinweg, wie auch im Christentum. Ein Beispiel dafür ist der Bürgerkrieg in Sri Lanka, der eine Unzahl an Todesopfern gefordert hat. Wie man dabei sieht, kann der Mensch niemals von Gewalt und Krieg abgehalten werden, in keiner Religion der Welt.

Ich persönlich will mich im Namen der Klasse für diese sehr aufschlussreichen und interessanten Stunden bedanken. Unser Wissensschatz um den Buddhismus wurde so um ein Großes erweitert.