Basisinformationen zur Arbeit am Schulprogramm

Wir sehen unsere Arbeit am Schulprogramm als fortlaufenden, dynamischen Prozess, den alle Beteiligten regelmäßig überprüfen und gemeinsam entwickeln.

Auf dieser Seite finden Sie grundsätzliche Informationen und Wissenswertes rund um die Erstellung und Pflege des Schulprogramms.

7. Februar 2012

Was ist ein Schulprogramm?

Im Kollegium und mit allen an Schule Beteiligten (Eltern, Schüler, Außenpartner) müssen vor dem Hintergrund der konkreten Bedingungen an der Schule Qualitätsvorstellungen diskutiert, Ziele abgeleitet, Wege zu deren Realisierung verhandelt und konkrete Maßnahmen sowei Verantwortlichkeiten bestimmt werden. Diese Aspekte sind in einem Schulprogramm zu verschriftlichen. Das Schulprogramm stellt somit eine systematische, verbindliche, mit allen Beteiligten abgestimmte und transparente Arbeitsgrundlage für die Entwicklung der einzelnen Schule dar, deren Einhaltung damit auch von den Partnern eingefordert werden kann. Mit dem "Ersten Gesetz zur Umsetzung des besseren Schulkonzepts" vom 18. Juli 2003 ist nunmehr im §1 Abs. 3 des Sächsischen Schulgesetzes die Verpflichtung zur Erstellung eines Schulprogramms gegeben.

Selbstevaluation / Interne Evaluation

Die Stärkung der Eigenverantwortung und Selbstständigkeit der Schule erfordert ovn der Einzelschule kontinuierliche Selbstreflexion, Überprüfung der Praxis und Rechenschaftslegung über ihre geleistete und zu leistende Arbeit. Eine Schule, die mit Hilfe eines Schulprogramms ihre eigene Arbeit systematisch verbessern will, muss sich immer wieder darüber Gewissheit verschaffen, welche Ergebnisse sie bereits erreicht hat und wie weit sie von dem angestrebten Zustand noch entfernt ist. Der Prozess des systematischen Sammelns, Analysierens und Bewertens von Daten sowie Informationen über das Lernen, den Unterricht und die Schule als Ganzes durch das Kollegium der Schule als Selbstevaluation bezeichnet. Bei der Selbstevaluation wird nicht nur der Prozess vom Kollegiumn selbst durchgeführt, auch der Evaluationsgegenstand wird von der Schule selbst ausgewählt. Die Bewertung erfolgt auf der Grundlage vereinbarter Kriterien. Die Selbstevaluation stellt eine wichtige Hilfe dar, um Entscheidungen zur weiteren Vorgehensweise treffen zu können und dient damit der Selbststeuerung schulischer Prozesse.

Leitbild

Das Leitbild soll die weitere Entwicklung der Schule „leiten“ und zur Realisierung der Vision beitragen. Es bringt einen Wertekonsens und gemeinsam herausgearbeitete Grundideen der Schule zum Ausdruck. Leitbilder können durch Sätze oder einige ausdrucksstarke Worte gefasst werden. Mit diesen Leitsätzen formuliert die Schule Ziele, an denen sie ihr tägliches Handeln ausrichtet. Mitunter wird das Leitbild auch als Herz des Schulprogramms bezeichnet, da es immer wieder der Ausgangspunkt für weiteres geplantes Handeln ist.

Schulporträt

Das Schulprogramm spiegelt sich auch im Schulporträt wider. Schulporträts beinhalten das “Schulprogramm“ als ein eigenständiges Kriterium. Daneben eröffnen Schulporträts Möglichkeiten für eine eigene Dokumentation von Bedingungen, Prozessen und Ergebnissen schulischer Arbeit. Schulporträts dienen vor allem einer transparenten Rechenschaftslegung gegenüber der Öffentlichkeit (siehe hier). Da die Schulen in ihren Schulporträts zu einheitlichen und verbindlichen Kriterien berichten, wird mit dieser Berichtsform eine gute Orientierung und Vergleichbarkeit für die Nutzer ermöglicht. Die Kriterien beziehen sich vor allem auf die Qualitätsbereiche "Lehren und Lernen", "Schulleben", "Kooperation" sowie "Management" und "Professionalität". Die Arbeit am und mit dem Schulporträt bietet den Schulen auch Gelegenheit, sich über die Arbeit anderer Schulen (z. B. zur Projektarbeit an einer Schule in der Region) zu informieren oder sich von deren Erfahrungen inspirieren zu lassen. Kommunikationsprozesse zwischen der Schule und unterschiedlichen Adressatengruppen werden somit unterstützt.

Schulkonzept

Im Spannungsfeld zwischen übergreifenden schulpolitischen Zielsetzungen und eigenen Entwicklungszielen wird von der Schule der Handlungsbedarf konkretisiert. Dabei sollte immer von einer realistischen Selbsteinschätzung ausgegangen werden. Im Schulprogramm werden die Grundsätze der Schule, der Entwicklungsstand, die Ziele für die weitere Arbeit und Vorhaben zur Verwirklichung der Ziele sowie geplante Maßnahmen der Selbstevaluation beschrieben. Das Schulprogramm steckt somit für einen überschaubaren Zeitraum einen gemeinsam vereinbarten Rahmen für die Qualitätsentwicklung in einzelnen Bereichen ab. Mitunter wird anstelle des Begriffs Schulprogramm auch der Begriff Schulkonzept gebraucht. Es gibt aber auch Interpretationen, die mit dem Schulkonzept eher theoretische Vorstellungen über Unterricht und Erziehung beschreiben.

Funktionen des Schulprogramms

Das Schulprogramm ist vor allem ein Arbeitsinstrument in der Hand der Schulen. Dabei erfüllt es folgende Funktionen:

  • Das Schulprogramm gibt die Richtung für das Handeln jedes einzelnen Lehrers, aber auch für die Schule als Ganzes vor. Es bietet damit einen verlässlichen Bezugsrahmen und bündelt gleichzeitig die Kräfte in der Schule.
  • Mit dem Schulprogramm werden Prioritäten bzw. Schwerpunkte bei der Arbeit gesetzt.
  • Ein Schulprogramm trägt dazu bei, dass die Schule ihre Stärken voll zum Einsatz bringt und sich damit eine unverwechselbare Gestalt geben kann.
  • Es unterstützt die verbindliche und abrechenbare Arbeit, indem klare Verantwortlichkeiten benannt und Termine festgeschrieben werden. Dabei erhöht es gleichzeitig die Transparenz von Arbeitsprozessen.
  • Das Schulprogramm fungiert als Grundlage für die eigene Rechenschaftslegung über Erreichtes.

Gesetzliche Vorgaben für das Schulprogramm

Im Schulgesetz werden allgemeine Vorgaben für die Inhalte eines Schulprogramms gegeben. So heißt es: „In Verwirklichung ihres Erziehungs- und Bildungsauftrages entwickelt die Schule ihr eigenes pädagogisches Konzept und plant und gestaltet den Unterricht und seine Organisation auf der Grundlage der Lehrpläne in eigener Verantwortung. Die pädagogischen, didaktischen und schulorganisatorischen Grundsätze zur Erfüllung des Bildungsauftrages im Rahmen der zur Verfügung stehenden Ressourcen

legt die Schule in einem Schulprogramm fest.“ (§ 1 Abs. 3 des Sächsischen Schulgesetzes). Daraus leitet sich ab, dass die Schule in einem Schulprogramm ihr eigenes pädagogisches Handlungskonzept darstellt. Dabei sollte sie sich sowohl ihres gesellschaftlichen Auftrags bewusst sein als auch von einer realistischen Sicht auf die Bedingungen und Ressourcen für die eigene Arbeit leiten lassen.

Inhaltliche Gliederung des Schulprogramms

  • Ausgangssituation und Rahmenbedingungen
  • Leitbild
  • Entwicklungsschwerpunkte einschließlich Maßnahmen
  • Überlegungen zur Evaluation

Die inhaltlichen Bestandteile können gleichzeitig als eine mögliche Vorlage für die Gliederung eines Schulprogramms dienen, wobei die Abfolge keineswegs ein Dogma ist.

Arbeit am Schulprogramm, aber wie?

Die Entwicklung des Schulprogramms vollzieht sich in jeder Schule individuell. Einige Schulen arbeiten bereits nach Programmen, die weiterentwickelt werden, andere beginnen den Diskussionsprozess. Schwerpunkte und damit auch die Vorgehensweisen sind von den jeweiligen Bedingungen abhängig. Als

allgemeingültig können jedoch folgende Phasen für die Erarbeitung und Umsetzung des Schulprogramms beschrieben werden:

  • Initialphase und Analyse
  • Planungsphase und Beschlüsse
  • Realisierungsphase und Evaluation

Für alle diejenigen, die noch nicht genug von der Theorie haben, anbei die kompletten Hintergrundinformationen zur Schulprogrammarbeit, herausgegeben vom Sächsischen Staatsinstitut für Bildung und Schulentwicklung - Comenius Instituts als pdf zum Download.

handreichung_schulprogramm.pdf

Schulprogramme an Sächsischen Schulen (Hrsg.: Freistaat Sachsen)

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Anton-Philipp-Reclam-Schule, Gymnasium der Stadt Leipzig,

Gymnasium des Deutsch-Französischen Bildungszentrums (DFBZ)

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